Banner Top

Debatte im Landtag von Baden-Württemberg: “Sicherheit erhöhen – Zugang zu Waffen erschweren”

  • Autor:  thegeek.de

Die im Titel genannte Debatte wurde von der Fraktion der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg beantragt, es liegt nun ein Protokoll zu diesem Lehrstück der verqueren Logik der Grünen vor. Gleich nach dem ersten Satz, des Abgeordneten Hans-Ulrich Sckerl (Grüne) mochte ich nicht wirklich weiterlesen, habe es aber dennoch getan. Die Ausführungen von Sckerl beginnen so:

“Herr Präsident, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren! Sieben Tote durch Gewaltverbrechen in Karlsruhe und Lehrensteinsfeld vor wenigen Tagen mit illegal erworbenen Waffen in Privatbesitz.”

medien3Richtig, Herr Sckerl spricht hier von illegalen Waffen und klar stimme ich hier zu: Illegale Waffen sind ein Problem, denn mit illegale Waffen werden Straftaten begangen, weil Kriminellen der Zugang zum legalen Waffenerwerb durch das Waffengesetz verwehrt wird. Sie scheitern an der Zuverlässigkeit – aus gutem Grund. Der nächste Satz des Herrn Sckerl löst bei mir dann allerdings einen heftigen Brechdurchfall aus.

“24 Tote seit dem Amoklauf inWinnenden und Wendlingen durch Gewalttaten, begangen mit Waffen in Privatbesitz, Sportwaffen. 130 Tote mit Waffen, die legal im Schießsport eingesetzt wurden, bei ähnlichen Gewaltverbrechen in den beiden letzten Jahrzehnten.”

Erkennt ihr den rhetorischen Trick? Er spricht zuerst von “sieben Toten” – eine geringe Zahl – in einem Zeitraum von “wenigen Tagen” und nennt dann eine hohe Zahl von 130 Toten, die sich allerdings auf einen Zeitraum von 20 Jahren beziehen und zudem nicht einmal korrekt ist. Die “magische 130″ ist nämlich genau die Zahl, die immer von unserem heiß geliebten Anti-Waffen-Propagandisten Roman Grafe von “Keine Mordwaffen als Sportwaffen” genannt wird. Das diese Zahl nicht korrekt ist, sondern geringer ausfällt, hatte ich bereits in einem meiner vergangenen Beiträge dargelegt, da Grafe bei seiner Recherche offensichtlich Fehler begangen hat. Wenn also ein Grüner Abgeordneter die falsche Zahl von Grafe nennt, dann weiß ich ja, wessen geistes Kind seine Forderung nach einer Verschärfung des Waffenrechts ist. Aber rechnen wir doch erstmal nach, was uns Herr Sckerl hier rhetorisch zu verkaufen versucht.

Sieben Tote in wenigen Tagen mit illegalen Waffen – das ist schlimm, vor allem vor dem Hintergrund der kürzlich vom BKA durch die AG Waffenrecht erkämpften Statistiken zur Waffenkriminalität. Diese zeigen, dass es z.B. im Jahr 2006 exakt 989 Tote im Zusammenhang mit (illegalen) Schusswaffen gab. Jetzt rechne ich mal: In einem Zeitraum von 20 Jahren hätten wir mit dieser Zahl also 19.780 Tote durch Schusswaffen. Die von Grafe bzw. von Sckerl genannte Zahl von 130 durch legale Waffen getötete Menschen machen gerade einmal 0,66 Prozent der Gesamtzahl aus. Der aufmerksame Leser wird hoffentlich erkannt haben, dass dies nur ein hypothetischer Wert ist, der in der Realität wohl noch geringer sein wird.

Weiterlesen/Quelle: thegeek.de

Berlin