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Können Massenschießereien gestoppt oder verhindert werden?

Samstag - 22. März 2014 von John R. Lott Jr.:

Exklusiv für die Trib: Keine wehrlosen Opfer- wir müssen unsere Soldaten auf den Stützpunkten bewaffnen

Können Massenschießereien gestoppt oder verhindert werden? Die politischen Ansichten der Obama-Regierung verhindern, dass offensichtliche Lösungen überhaupt in Betracht gezogen werden.

Am Dienstag veröffentlichte das Verteidigungsministerium (Department of Defense) seinen Bericht über die Massenschießerei vom 16. September 2013 in der Militärbasis Washington Navy Yard. Aber der Bericht konzentriert sich ausschließlich darauf, warum die psychische Erkrankung des Angreifers nicht gemeldet wurde.

Es gab es eindeutig mehrere Fehler. Die Marine hatte mehrere störende Zwischenfälle nicht gemeldet, die während der aktiven Dienstzeit von Aaron Alexis stattfanden. Die Regierung hatte seinem Arbeitgeber keines dieser Probleme angezeigt. Dieser private Auftragnehmer hatte zwar bei dem Angestellten Alexis psychologische Instabilität bemerkt, dachte aber, das wären Ausnahmeerscheinungen und kein Teil eines Musters und schickte keinen Bericht zur Regierung.

Allerdings wäre es töricht zu glauben, dass alle potentiellen Mass-Shooter im Voraus erkannt werden könnten. Auch mit einer besseren Berichterstattungen würden viele durch das Raster fallen. Außerdem ist es im Nachhinein immer viel leichter zu erkennen, dass Menschen psychische Probleme hatte. Zudem sind psychisch kranke Mitarbeiter nicht die einzige Bedrohung für die Militärbasen. Entschlossene Terroristen stellen ebenfalls eine ernsthafte Bedrohung dar.

Was sollte getan werden, falls die Erkennung einer psychischen Krankheit ausfällt? Oder bei einem geplanten Terroranschlag?
Derzeit ist es Soldaten auf Militärbasen nicht erlaubt, Waffen zu tragen. Tatsächlich hat das Militär seinem Personal das Führen von Waffen für den persönliche Schutz ausdrücklich verboten, außer wenn "eine glaubwürdige und spezifische Drohung gegen [ Militär] Personal in dieser Region [ besteht ]."

Daher konnten während der Navy Yard Schießens die unbewaffneten JAG Offiziere nichts anderes tun, als sich zu ducken, als der Schütze Runde für Runde feuerte. Zudem gibt es auf den Militärbasen nur wenig Militärpolizei , da die Kriminalitätsrate auf den Stützpunkten in der Regel sehr niedrig ist und viele noch in Afghanistan stationiert sind.

Es gab eine ähnliche Geschichte im Jahr 2009 in Fort Hood. Major Nidal Hasan war unangreifbar als er erhöht auf einem Schreibtisch stand und von dort aus ein Opfer nach dem anderen in deren Arbeitsbereichen niederschoß.

Selbst in Europa mit seiner generellen Anti-Waffen-Einstellung beginnt ein Bewusstseinswandel in Richtung aktive Selbstverteidigung. Nicht nur Polizisten ausserhalb ihrer Dienstzeit, sondern auch normalen Menschen sollte es erlaubt sein, Waffen zu tragen . Der Leiter von Interpol , Ron Noble, erklärte im vergangenen Herbst , dass es zwei Wege gibt, um Menschen zu schützen:

"Der eine Weg ist die bewaffneten Bürgerschaft, der Grund hierfür ist ersichtlich. Ein anderer Weg ist, jede Enklaven so abzusichern, dass für den Eintritt in diese "weiche Ziele" außergewöhnlich hohe Sicherheitsschranken zu überwinden sind."

(Anm. der Red.: Als "Weiche Ziele" werden häufig in der Terrorismusbekämpfung ungeschützte oder unter normalen Umständen nicht zu schützende Ziele genannt. Dies sind meist Orte des öffentlichen Lebens mit vielen Menschen oder weitreichende wichtige Infrastruktur. Auch schlecht geschützte wichtige informationstechnische Systeme zählen zu weichen Zielen.)

Er wies auf das eigentliche Problem hin: "Wie schützen wir (zivile) weiche Ziele? Das ist wirklich die Herausforderung. Sie können nicht überall bewaffnete Polizeikräfte aufstellen."

Nobles Kommentare kamen direkt nach dem Terroranschlag im Westgate Mall in Nairobi, Kenia, wo 68 Menschen erschossen wurden. Es sollte nicht überraschen , daß in Kenia sowohl das offene als auch das verdeckte Tragen von Schusswaffen durch Zivilisten verboten ist. Offensichtlich hat das Verbot nicht die Terroristen gestoppt. Wir müssen erkennen, dass die große Mehrheit der Massenschießereien in öffentlichen Einrichtungen ausgiebig vorher geplant wurden - oft viele Monate oder sogar Jahre im Voraus. Das macht es äußerst schwierig, diese Bereiche zu sichern.

Selbst die amerikanische Polizei versteht das Problem mit den "waffenfreie Zonen". Letztes Jahr befragte PoliceOne , die größte Organisation der Polizei in den Vereinigten Staaten mit 450.000 Mitgliedern, seine Mitglieder: "Was würde am meisten helfen, um Massenschießereien in der Öffentlichkeit zu verhindern?" Die häufigste Antwort , mit 30 Prozent Unterstützung, war: "mehr Lizenzen für Zivilistem zum verdeckten Tragen von Waffen."

Unmittelbar nach der Washington Navy Yard Schießerei, forderte Präsident Obama mehr Waffenkontrolle . Aber keines der neuen Gesetze, die er befürwortete, hätten diesen Angriff stoppen können. Die beim Angriff benutzte Schrotflinte gehört nicht zu den Waffen, die Obama verbieten will. Da der Mörder eine Sicherheitsüberprüfung der Regierung bestanden hätte, hätte kein Backgroundcheck einen Waffenerwerb verhindern können. Und Washington hat bereits eines der strengsten Waffenkontrollgesetze im Land.

Nach dem Bericht des Verteidigungsministerium verkündeten viele Medien, dass die "Navy Yard Schießerei hätte gestoppt werden können." Aber nachträglich herauszufinden, was benötigt würde, ist immer einfach. Auch wenn Berichterstattung in Zukunft besser gemacht wird, bedeutet dies nicht, dass der nächste Attentäter tatsächlich aufgegriffen wird, bevor es zu spät ist.

Wir müssen den Soldaten vertrauen und ihnen das Führen von Waffen auf den Stützpunkten erlauben. Das würde eine weitere Verteidigungslinie gegen Angriffe darstellen. Dann wären unsere Soldaten nicht gezwungen wehrlose Opfer zu sein.

John R. Lott Jr. ist der Präsident der Crime Prevention Research Center und der Autor der dritten Ausgabe von "More Guns, Less Crime" ( University of Chicago Press, 2010).

Lesen Sie den exklusiven Orginalbericht auf der TribLive in Englisch: Hier klicken

Katja Triebel

Waffenrechts-Bloggerin, Verfechterin eines liberalen Waffenrechts in Europa, Initiatorin dieser Seite

Berlin