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Gun Culture: Waffenbesitz mal emotional betrachtet

Die deutsche Professorin für Geschichte Dagmar Ellerbrock zeigte in einem Interview mit dem Tagesspiegel, dass es ihr wichtig erscheint, die Verbindung zwischen Gefühlen und Waffenbesitz aufzuzeigen. Das ist an sich nichts Schlimmes, denn Waffenbesitzer sind Menschen und haben demzufolge auch Gefühle.

verfassung usaFrau Ellerbrock - sie ist Professorin für Geschichte an der TU Dresden und Assoziierte Wissenschaftlerin des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung - erkennt richtig, dass das emotionale Verhältnis der Deutschen zum Waffenbesitz und -gebrauch sehr stark durch politische Einflüsse der letzten 100 Jahre geprägt worden ist.

Die Deutschen haben noch gar nicht so lange ein distanziertes Verhältnis zu Waffenbesitz. Im 19. Jahrhundert hatte Deutschland eine ähnliche Waffenkultur, wie man sie heute in amerikanischen Südstaaten und im Mittleren Westen findet.

Aber ist es denn wirklich so distanziert oder wird es uns durch die Medien nur so gezeigt? Wurden denn die Deutschen dazu einmal befragt?

Und etwas später äußert sie:

Generell lässt sich sagen, dass bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs das deutsche Waffenrecht relativ liberal blieb: Im Prinzip konnte jeder Volljährige ohne Vorbestrafung einen Waffenschein und eine Waffe bekommen. Die Nazis entwaffneten ab 1933 zwar Juden und Kommunisten – aber ohne gesetzliche Grundlage.

Welchen Zweck die Nationalsozialisten dieser Zeit damit verfolgten, kann man in Geschichtsbüchern nachlesen und den ganz Unwissenden kann man den Besuch einer KZ-Gedenkstätte ans Herz legen. Es gab damals einen Grund für die Entwaffnung dieses Teils der Bevölkerung: die Machthaber hatten Angst vor einem wehrhaften Bürger!

Aber warum für die Forscherin die Nutzung militärischer und ziviler Waffen quasi den gleichen Schwerpunkt hat, bleibt auch uns schleierhaft. Sie antwortet auf die Frage, ob man militärische und zivile Waffenkultur trennen könne mit dem Satz:

Es gibt natürlich Verbindungen. Nach Kriegen gehen häufig riesige militärische Bestände in zivilen Besitz über. Das kennen wir auch aus der deutschen Geschichte. Aber unsere Forschung fragt nach dem Umgang mit Waffen in Gesellschaften, die sich nicht im Krieg befinden. Deshalb müsste man in meinen Augen auch prüfen: Wie gehen die, denen wir Waffen liefern, zivil mit Waffen um?

Eine Frage, die zwar interessant klingt, aber uns eigentlich gar nichts angeht, weil dieses Problem durch die Gesetze des jeweiligen Landes geregelt und umgesetzt werden müssen. Es sei denn, unsere oftmals hoplophoben Bundestagsabgeordneten der grünen und linken Fraktionen genehmigen zusätzlich zur Lieferung von Panzern und U-Booten auch den Export unserer Verbots-Ideologie, an die sich viele hier in Europa schon gewöhnt haben sollten. Dann liesse sich das natürlich auch kontrollieren...

Zur Zeit können wir nicht sagen, zu welchem Ergebnis die Forschungen von Frau Ellerbrock führen werden - wissen allerdings, dass sich die Frau Professorin mit der Antwort auf die Frage nach dem Erfolg einer Waffenrechtsverschärfung auf ziemliches Glatteis gewagt hat:

Australien und England haben ihre liberalen Waffengesetze jeweils nach Amokläufen geändert. Möglich wurde dies, weil die Gesellschaft in dem Moment emotional dahinterstand. Die Kanadier sind dagegen über die Frage des privaten Waffenbesitzes zerstritten, obwohl ihre Gesetze ähnlich streng sind wie unsere. Dort fordern viele das Recht, Waffen zu tragen. Fest steht: Wenn wir Waffen regulieren wollen, müssen wir diese Emotionen verstehen.

Dass die gesetzlichen Änderungen in England und Australien nicht das bewirkt haben, was beabsichtigt wurde, wissen diejenigen, die sich informieren!

Und wer noch nicht informiert sein sollte, sollte schnell folgende Seiten besuchen:

GRA - German Rifle Association

Katja Triebels Blog

In diesem Interview musste Frau Ellerbrock indirekt zugeben, dass es leider viel zu wenige Informationen gibt, um Thesen und Aussagen einzelner Gun-Culture Wissenschaftler als wirkliche Tatsachen manifestieren zu können:

Wir wollten eine europäische Gun-Culture-Forschung anschieben. Der Forschungsstand, den wir bisher haben, ist desaströs. Es gibt nur eine Handvoll Kollegen und Kolleginnen, die dazu arbeiten.

Auf welchen Forschungsergebnissen basieren denn dann Ihre Antworten, Frau Ellerbrock? Auch nur auf den desaströsen Ergebnissen einer Handvoll Forscher? Aber wir wollen nicht voreilig urteilen...

Wir wünschen Frau Ellerbrock viel Erfolg und eine wissenschaftlich unabhängige Weitsicht bei ihren Forschungen und hoffen, dass die Ergebnisse später nicht zu einseitig betrachtet werden - denn auch ein Sportschütze empfindet Freude, wenn er einen Wettkampf gewinnt oder ein Jäger ist glücklich, wenn er durch die richtige Kombination aus Waffe und Muntion das Wild nicht leiden lässt! Und das sind die gleichen Menschen, die durch Ihre Steuern diese Studien und Forschungen finanzieren...

Zum Interview: tagesspiegel.de

Thomas Richter

Sportschütze & Wiederlader, Befürworter eines liberaleren Waffenrechts

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