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Interview mit Klaus Gummersbach – Jäger helfen Jägern

Am 26. März 2014 kam ein Jäger von seinem Ansitz zurück und fand sein Revierfahrzeug völlig demoliert. Die Reifen waren aufgeschlitzt, die Scheiben eingeschlagen, der Lack mit dem Wort “Mörder” zerkratzt. Die Polizei geht davon aus, dass hier militante Jagdgegner am Werk waren. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 8.000 €.

Klaus Gummersbach, selber ein Jäger und ein aktiver Befürworter des legalen Waffenbesitzes organisierte auf dem Internetportal leetchi.com eine Spendenaktion für den Geschädigten. In wenigen Tagen wurden bereits über 1.200 € gesammelt. Wir fanden die Solidaritätsaktion so gut, dass wir um ein Interview mit dem Initiator gebeten haben.

GRA: Wie kamst du zu der Jagd?

Klaus Gummersbach: Wie die Jungfrau zum Kind. Als Werbetexter habe ich freischaffend für die Jagdschule Gut Grambow Texte geschrieben. Eines Mittwochs hatte ich die Nase voll und gegenüber dem Besitzer geäußert, dass ich nicht den Hauch einer Ahnung hätte, wovon ich hier schreibe. Er antwortete süffisant, dass am Freitag ein Platz frei wäre und drei Wochen später war ich auf einmal ein Werbetexter mit einem Jagdschein. In den letzten sechs Jahren habe ich seitdem in allen Ecken Deutschlands jagen dürfen, habe meine Erfahrungen gemacht und mithin meine Leidenschaft gefunden.

GRA: Welche Rolle spielt die Jagd in der heutigen Gesellschaft?

Klaus Gummersbach: Eine schwierige Frage. Eins ist auf jeden Fall nicht weg zu diskutieren: Die Jagd ist aus vielerlei Gründen absolut notwendig. Was bedenklich ist, ist dass es kleineren gesellschaftlichen Gruppen gelingt, ein Zerrbild der Jagd und der ausübenden Jäger zu zeichnen, das Einzug in die Medienwelt gehalten hat. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen vom Hass auf Menschen, die Waffen tragen bis hin zum militanten selbsternannten Tierschutz.

Die Jagd als solches ist in breiten Teilen der Gesellschaft jedoch durchaus akzeptiert, wenn auch festzustellen ist, dass viele Bürger schlicht keine Ahnung haben, was da in Feld, Wald und Flur so geschieht und warum es geschieht. Hier sind die Verbände und jeder einzelne Jäger gefordert, für Aufklärung zu sorgen, die auch und vor allem städtische Kreise erreicht. Denn hier ist das Unwissen ungleich höher als auf dem Land, wo die Jagd schlicht dazugehört.

GRA: Letzte Woche wurde das Fahrzeug eines Jägers – laut Polizeibericht – mutwillig von Jagdgegnern zerstört. Welche Beweggründe haben deiner Meinung nach die Jagdgegner, um sich zu solchen Straftaten verleiten zu lassen?

Klaus Gummersbach: Alles, was ich dazu sagen kann, sind nur Mutmaßungen. Insbesondere, was diesen spezifischen und extremen Fall des Hasses und des Zerstörungswillens betrifft.

Grundsätzlich sehe ich die militante Seite der Jagdgegnerschaft als eine zahlenmäßig kleine, aber durchaus gut organisierte Truppe. Das fängt an, bei an Zellen erinnernde Anhänger der Animal Liberation Front, die in den USA als “Terroristen mit besonderem Hintergrund” geführt werden und geht bis zu Veganern, die über Social Media-Kanäle Hass und Unfrieden streuen, wo es nur geht.

GRA: Was sollte der Staat tun, um solche Vorfälle zu verhindern?

Klaus Gummersbach: In erster Linie sollte er anerkennen, dass es keine Einzelfälle sind und die Taten nicht als einfache Gewalttat gegen Sachen herunterspielen. Hier wird Terror ausgeübt. Und zwar Terror gegen einen der wichtigsten Zweige des modernen Tier- und Artenschutzes. Die zumeist radikal linken Kräfte dieser Jagdgegnerschaft greifen das an, was in ihren Augen gutbürgerlich ist und bauen darauf, dass sie Angst und Zwietracht säen.

GRA: Was sollten die Waffenbesitzer angesichts einer derartigen Aggression der Jagd- und Waffengegner unternehmen?

Klaus Gummersbach: Ich rate zur Besonnenheit. Niemanden ist damit geholfen, wenn Gewalt mit Gegengewalt beantwortet wird. Aber eigentlich ist das überflüssig zu erwähnen, da die Jägerschaft besonders gesetzestreu ist, wie alle legalen Waffenbesitzer. Dennoch rate ich persönlich dazu, die legal geführte Kurzwaffe, nicht nur als Fangschusswaffe zu sehen, sondern auch als letzte Möglichkeit des Eigenschutzes.

Die Jäger sollen die Möglichkeiten nutzen, die sie haben. Hierzu zählt insbesondere das Wildbret, das ein wunderbares Mittel darstellt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Eine leckere Rehkeule öffnet den Geist für die Belange der Jagd und das Reh wird so zum trojanischen Reh, um die jagdfernen Kreise zu erreichen, die noch nicht von der Jagdgegnerschaft beeinflusst worden sind.

GRA: Was gefällt Dir am Ansatz der German Rifle Association?

Klaus Gummersbach: Man kann gar nicht genug tun, um die Recht des legalen Waffenbesitzes zu fördern und zu schützen. Sich an denen zu orientieren, die da sehr erfolgreich sind, namentlich die NRA, ist in meinen Augen sicher der bessere Weg, als leise und verhalten hier und da mal den Finger zu heben. In der heutigen Zeit ist ein bisschen lauter zu sein, hilfreich, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

GRA: Wie ist deine Meinung zum Waffenbesitz als ein Bürgerrecht statt wie bisher als ein Privileg?

Klaus Gummersbach: Da habe ich eine ganz klare Meinung zu: Jeder unbescholtene, deutsche Bürger sollte auch nach entsprechender Tauglichkeitsprüfung in der Waffenhandhabung das Recht haben, seinen Besitz und seine körperliche Unversehrtheit mit einer Schusswaffe schützen zu dürfen. Die relevanten Statistiken geben mir da Recht, dass Waffenbesitz und Rückgang der Kriminalität Hand in Hand geht.

Wir müssen aufhören, die Schusswaffe zu verteufeln. Für falsch würde ich es erachten, von heute auf morgen bspw. ein “verdecktes Tragen” zu erlauben. Damit kann eine Nation, die nie einen unbeschwerten Umgang mit der Schusswaffe gewöhnt war, nicht umgehen. Wir müssen hier langfristig denken und via Öffentlichkeitsarbeit auf ein langfristiges Umdenken hinarbeiten.

Auf jeden Fall müssen berechtigte Anträge auf einen Waffenschein eine entschieden höhere Chance haben, bewilligt zu werden. Wenn eine Frau von ihrem ehemaligen Freund bedroht wird, wenn Taxifahrer überfallen werden oder wenn andere Personen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, muss der Waffenschein nach entsprechender Prüfung auch genehmigt werden.

Die Behörden sind nach meinem Dafürhalten aufgefordert, gerade statistisch keine geschönten Zahlen mehr auf den Tisch legen zu dürfen. Die Gewalt gegenüber Personen ist ein wachsendes aber leider totgeschwiegenes Thema in diesem Land und es kann nicht sein, dass man nicht mal sein eigenes Heim und seine Familie in den eigenen vier Wänden mit einer Schusswaffe schützen darf und so zum Opfer gemacht wird.

Hier müssen wir eine Politik der kleinen Schritte gehen und unsere Mitbürger sensibel darauf vorbereiten, dass die meisten Vorurteile gegen legale Schusswaffen eben nur das sind, was sie sind: nämlich Vorurteile.

GRA: Wir bedanken uns ganz Herzlich für dieses Interview.

Quelle: German Rifle Association (User Ron Fungun)

German Rifle Association

Dieser Beitrag stammt aus der Redaktion der German Rifle Association oder ist von einem Community-Member publiziert worden.

Berlin