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Urteil im Fall Sittensen: 9 Monate auf Bewährung für den Überfallenen

Nach langem Hin und Her ist das Gericht zu einem Urteil in dem Fall des mittlerweile 81-jährigen überfallenen Rentners aus Sittensen (Niedersachsen) gekommen. Obwohl Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Freispruch plädierten, urteilte der Richter folgendermaßen: Neun Monate Freiheitsstrafe wegen Totschlags, ausgesetzt zur Bewährung.

polizeiabsperrungNoch wenige Tage vor der Urteilsverkündung konnte man bei dem regionalen Presseanbieter kreiszeitung.de lesen:

Der überfallene Senior habe aus purer Angst um sein Leben gehandelt, lässt Staatsanwalt Simon Müller-Borghardt am Montag verlauten. Der Angeklagte habe gemeint, aus Notwehr zu handeln, obwohl objektiv gesehen zum Zeitpunkt der Schussabgabe keine Notwehrlage mehr bestand. Der Staatsanwalt beruft sich dabei auf das Gutachten des Rechtsmediziners Dr. Harald Schmidt. Nach dessen Erkenntnissen stand der Rentner unter einer akuten Belastungsreaktion. Müller-Borghardt zufolge waren die Räuber bei dem Überfall zielgerichtet und brutal vorgegangen. Aufgrund der extremen psychischen Belastung sei es denkbar, dass der Rentner einen Schuss gehört habe, wie er im Prozess ausgesagt habe, obwohl keiner gefallen sei.

Quelle: kreiszeitung.de

Was die Öffentlichkeit von diesem Urteil hält, wissen wir nicht. Sicher ist jedoch, daß nur der Überfallene und die Täter wirklich noch wissen könnten, was in dieser Nacht wirklich passiert war. Wir wünschen, daß niemand in die Situation des jetzt Verurteilten kommen möge. Denn das Thema Waffen zur Notwehr oder Nothilfe, auch wenn sie - wie vielleicht in diesem Fall - in Fällen von Angst und Schrecken überschritten wird, scheint von unseren Gerichten immer noch wie ein Tabu behandelt zu werden. Obwohl es ein verbrieftes Recht ist...

 

 

Thomas Richter

Sportschütze & Wiederlader, Befürworter eines liberaleren Waffenrechts

Berlin