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Katja Triebel bei Markus Lanz

Am 30. April 2014 wurde ich sehr kurzfristig zur Sendung “Markus Lanz” eingeladen. Ich sollte als Pro-Selbstverteidigung-Gast auftreten und zum Vorfall in Montana (USA) Stellung nehmen. Ein US-Amerikaner hatte meines Erachtens Notwehrprovokation begangen und einen Austauschschüler aus Hamburg mit seiner Schrotflinte ermordet. Kurz vor Hamburg erhielt ich den Anruf einer Redakteurin, dass ich nicht auftreten dürfe.

Frau Triebel, ich habe Ihren Blog gelesen. Da stehen ja so viele Studien drin. Es ist unserer “journalistischen Sorgfaltspflicht” geschuldet, dass wir uns erst einmal in das Thema einlesen müssen, bevor wir Sie interviewen können.

Meine Antwort:

Aha! Sie müssen also erstmal Material gegen mich sammeln.

Kurzlink zum Artikel: http://wp.me/p2Ff8N-nl

Eine Woche später besuchte mich ein sehr netter Mann aus der Redaktion in Berlin und wir unterhielten uns lange über das Thema Waffen, Selbstverteidigung und Opferschutz. Er hatte meinen Blog gelesen, insbesondere die Seite “Fakten zu Waffen” studiert und stellte viele interessierte Fragen zu meinen Argumenten. Am Ende des Gespräches fragte ich ihn:

Ich gehe mal davon aus, dass ich Sie nicht überzeugen konnte, Schusswaffen zur Selbstverteidigung zu bejahen. Aber kann es sein, dass Sie jetzt weniger Angst vor legalen Waffenbesitzern haben?

Er bejahte beides. Beim Briefing eine Woche später in Hamburg zeigte es sich, dass der folgende Satz, der sinngemäß vom Kriminologen Prof. Gary Kleck stammt, für ihn am bedeutendsten war:

Gewalttäter wollen Waffen besitzen.
Aber legale Waffenbesitzer wollen keine Gewalt.

Die Redaktion lud mich nun erneut ein für die Aufzeichnung am 14. Mai und suchte händeringend nach einem konträren Gesprächspartner, vom Vater des getöteten Hamburgers über den Kriminologen Christian Pfeiffer und Gisela Meyer vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden. Laut Angaben der Redaktion blieb die Suche wegen Terminschwierigkeiten zunächst erfolglos. Meinem Terminplan war es geschuldet, dass ich in die Sendung mit den bereits fest terminierten Gästen Wolf Schneider, Heidi Hetzer und Miss Platnum kam. Andernfalls wäre ich zusammen mit Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen und Moderator Oliver Geissen aufgetreten.

Durch die kurzfristige Absage von Heidi Hetzer wurde ein weiterer Stuhl frei und ich bekam das für die Sendung Lanz völlig unübliche Vergnügen, dass drei Gäste in einer Sendung zum gleichen Thema Platz nahmen. Zudem erhielt ich den unbequemen Sitz zwischen den beiden Stühlen, wodurch ich weder Anfang, noch Ende des Themas beeinflussen konnte.

Quelle/Weiterlesen: Katja Triebel

Katja Triebel

Waffenrechts-Bloggerin, Verfechterin eines liberalen Waffenrechts in Europa, Initiatorin dieser Seite

Berlin